Challenge Walchsee 2021 (ETU European Championship)

Da der bekannt warme Walchsee in den Vortagen schon 24 Grad erreicht hat bleibt es bis eine Stunde vor dem Start spannend, ob Neopren ja oder nein. Das Startgelände ist großräumig eingezäunt und nur die Athleten mit einer Begleitperson und einem 3G-Nachweis dürfen hinein. Die Profis starten eine halbe Stunde vor uns mit einem Wasserstart, wir werden einzeln in den See gelassen.

Nach dem hohen Wellengang vor 14 Tagen bei der olympischen Distanz in Neufeld empfinde ich das ruhige Wasser als sehr angenehm und habe bald meinen Schwimmrhythmus gefunden. In der ersten Hälfte ist die Orientierung etwas mühsam, strahlender Sonnenschein und eine weisse Richtungsboje machen es teilweise schwierig die Spur zu halten. Einfach ist es dann beim Zurück, der Kirchturm ist ein optimaler Punk um sich zu orientieren. Irgendetwas mit 37 Minuten zeigt der Blick auf die Uhr beim Wasserausstieg, das liegt über meinen Erwartungen.

Die Radstrecke ist mit ihren 1200 Höhenmetern und verwinkelter, enger Streckenführung technisch sehr anspruchsvoll. Am Vortag habe ich mich bei der Streckenbesichtigung noch mit einem schleifenden Hinterrad herum geärgert, aber nach einem Check beim Fahrradmechaniker schnurrt es heute wie ein Kätzchen. Ich muss öfters die Aeroposition verlassen, um mit den Händen an den Bremse zu sein und muss neidlos anerkennen, dass einige mich überholende Athleten Rad und Strecke besser im Griff haben. Beim Auswerten der Daten am Folgetag werde ich auch feststellen, dass die Leistung in der zweiten Runde merklich geringer ist, kann aber auch jetzt nicht sagen, ob ich zu verhalten war oder doch die langen Trainingseinheiten fehlen

Im Ortszentrum von Walchsee, welches wir dreimal durchfahren sind Klaudia, Anna, Manuel und Benjamin postiert und feuern mich euphorisch an, auch auf der Laufstrecke werde ich sie dann mehrmals zu Gesicht bekommen. Immer wieder ein wunderbares Feeling und neue Motivation, dass meine Familie so begeistert bei meinem Sport mitmacht.

Wenn ich mir beim Rad noch immer unsicher bin, mit welcher Leistung/Watt ich fahren kann, um nicht auf allen vieren ins Ziel zu kommen, beim Laufen bin ich “zuhause”. Von Beginn an bin ich im Rhythmus und habe ein Tempo, welches ich bis zum Schluss halten kann. Die neuen Carbonschuhe, die ich mir nach langem Überlegen zugelegt haben, fühlen sich sehr gut an und erleichtern die Vorwärtsbewegung, eine Investition, die sich gelohnt hat. 

Auch die Laufrunde ist anspruchsvoll, die Strecke um den See ist viermal zu durchlaufen und beinhaltet zwei Steigungen und eine kurze, steile Rampe. Es ist sonnig und warm geworden, aber die zwei Verpflegungsstellen und die Zuschauer entlang der Strecke sorgen für Abwechslung. Ich habe nie die gesamte Distanz im Auge, mein Fokus ist nur immer auf das nächste Teilstück gerichtet: Die nächste Verpflegungsstelle, die nächste Steigung, die steile Rampe, meine mich lautstark anfeuernde Familie,… Das lenkt ab und lässt die schon brennenden Muskeln vergessen.

Der Moderator bemüht sich beim Zieleinlauf redlich Stimmung zu erzeugen, aber das dichte Menschenspalier fehlt schon ein bißchen. Aber bei allen überwiegt die Freude, nach der coronabedingten Durststrecke wieder einen Wettkampf absolviert zu haben.

Meine Gesamtzeit ist für mich großartig, persönliche Bestzeiten in allen drei Disziplinen. Herausragend die 1:38 beim Halbmarathon. Ich habe mit dem Triathlon vor 11 Jahren  mit 54 begonnen und jetzt in der neuen AK bei den Europameisterschaften den 4. Rang mit einer persönlichen Bestzeit absolviert. Nun werde ich mich eine Woche lang ausrasten und dann das Training für meinen Hawaii-Start am 9. Oktober starten.

 

Stnr 549 Franz Wolkowitsch AUT 

Swim: 37:37

T1: 3:12

Bike: 2.41:35

T2: 2:54

Run: 1:38:34

Finish: 5:03:56

Weitere Ergebnisse: my.raceresult

Homepage des Veranstalters: Challenge Kaiserwinkl-Walchsee