Menu

user_mobilelogo
ÖSTM Mitteldistanz AK60-64
ÖSTM Mitteldistanz AK60-64

Es ist angenehm warm, als ich wenige Minuten vor meinem Start ins Wasser gleite, um mich einzuschwimmen. 17°C Luft- gegenüber 21°C Wassertemperatur. Mit bewährter Taktik, ganz links und hinten, reihe ich mich ein und nehme die erste gelbe Boje ins Visier. Von Beginn weg und nicht einmal bei den Bojen herrscht Gedränge, und ich finde rasch meinen bewährten Rhythmus und denke an die Tipps von meiner Schwimmlehrerin, die sie mir für den Sommer mitgegeben hat: Zügig und nicht in einer "Wurscht" schwimmen, mit Körperspannung und langen Beinen schwimmen! Wie erwartet überholen mich schon in der ersten der zwei Runden die schnellen Frauen der 5 Minuten hinter mir gestarteten Welle.

Röcksee
Röcksee am Morgen

Schon die Anreise durch das südoststeirische Hügelland ist ein Genuß. Registrierung und Rad-Check-in sind flott erledigt, und ich habe noch genügend Zeit das sonnige Wetter am Röcksee zu genießen. Erst beim Gang zum Schwimmstart bemerke ich meine fehlende Badehaube und laufe zum doch etwas entferntem Parkplatz. Gut aufgewärmt zwänge ich mich dann in meinem Neopren und eile zum Start.

Das Schwimmen im Meer ist eine Novität für mich. Der Test am Vorabend hat mich noch verunsichert. Hoher Wellengang und Schwierigkeiten beim Orientieren um nicht zu viel Salzwasser in den Mund zu bekommen. Aber heute ist das Meer ruhig. Immer wieder treiben in meinem Gesichtsfeld große weiße Quallen herum. Kein Problem und ungiftig hat man uns bei der Wettkampfbesprechung versichert. Nach dem Rennen werde ich erfahren, dass der Hautkontakt für Allergiker doch problematisch sein kann. Der Bruder vom Twitterfreund Guracell hat aufgrund einer allergischen Reaktion aufgeben müssen. Ich fühle mich wohl im Meer, Boje um Boje zieht an mir vorbei. Nach 2 km gibt es einen kurzen Strandgang um den Zuschauern die Athleten zeigen zu können. Klaudia und Anna feuern mich kräftig an, als ich zur zweiten Runde aufbreche. In den letzten Wochen habe ich meine bescheidenen Trainingsumfänge doch gesteigert, zum ersten Mal habe ich Energie durch ein paar kräftige Armzügen den einen oder anderen Mitstreiter zu überholen.

Ironman Nummer Vier, und der Letzte, so der Plan. Meine Familie begleitet mich mit ihrem noch am Vorabend entworfenen Transparenten zum Start. Aufgrund der Hitze der letzten Tage und des wahrscheinlichen Neoprenverbotes habe ich meine letzten Schwimmeinheiten darauf abgestimmt. Das gestrige Abendgewitter und der Hagel haben den Wörthersee aber gerade soweit abgekühlt, dass nun doch mit Neopren geschwommen werden kann.

Ironman Austria - Wörthersee

 
18:03
FINISH 10:54:48! NEUE BESTZEIT



Nachdem der Triathlon am Röcksee heuer eine Pause einlegt und mir der 70.3 St. Pölten für einen Vorbereitungswettkampf zu teuer ist,  bin ich im Veranstaltungskalender des österreichischen Triathlonverbandes fündig geworden. Den Stubenberg-Triathlon gibt es heuer als Halbdistanz, somit ein idealer Test für meinen Ironman in Klagenfurt. Schon frühmorgens und bei der Anreise über das oststeirische Hügelland herrscht warmes, sonniges Wetter. Die logistischen Herausforderungen bei einer lokalen Veranstaltung sind gegenüber den großen Triathlons minimal. In wenigen Minuten ist die Registrierung erledigt und ich kann in Ruhe Rad und Nummern vorbereiten.

Ironman Austria 2016 - Schwimmstart
Ironman Austria 2016 - Schwimmstart

Als die ersten Triathletinnen ins Wasser springen, bin ich noch weit von der Startlinie entfernt. Zum ersten Mal wird kein Massen- oder Blockstart, sondern ein "Open Swim Start" durchgeführt. Wir haben uns entsprechend unserer geplanten Schwimmzeiten aufgestellt und alle 5 Sekunden werden 10 Teilnehmer ins Wasser gelassen. Im Gegensatz zu den Laufbewerben reiht sich jeder nach seiner realistischen Schwimmzeit ein, weiter vorne zu starten wäre fatal, man würde zigfach überholt werden und ordentliche Schläge abbekommen. Wie immer, habe ich auf das Einschwimmen verzichtet, somit dienen die ersten Kraulzüge dazu auf Betriebstemperatur zu kommen und den Rhythmus zu finden.

80 Triathleten gleiten ins Wasser, um die 1,5 km Schwimmstrecke in Angriff zu nehmen. Ein breiter Startbereich sorgt schon von Beginn an für stressfreies Kraulen. Keine Kampfschwimmer weit und breit. Der Morgennebel hat sich verzogen und der Himmel zeigt sich von der besten Seite. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und ca. 25 Grad Celsius. Zum ersten Mal in diesem Jahr ist für mich Neopren erlaubt. Mit gleichmäßigen Armzügen pflüge ich durchs Wasser. Schon jetzt bin ich auf meine Schwimmzeit gespannt, das Gefühl ist jedenfalls gut.

Ich würge an der zähen Käsesemmel und spüle mit dem schalen Thermoskannenkaffee nach. Das Frühstück hat mir die Hotelwirtin noch vor dem Schlafen gehen vorbereitet und im Hotelfoyer bereitgestellt. Es ist 5 Uhr morgens und nach 2 Jahren Pause starte ich heute wieder bei einem Triathlon, diesesmal in Obertrum. Ich plante ja freitags beim Seecrossing, samstags auf der Kurzdistanz und sonntags auf der Halbdistanz, der sogenannten Triplewertung zu starten.

Samstag früh regnet es stark und die Temperatur liegt ca.bei 9 Grad. Trotzdem packe ich nach dem Frühstück alles zusammen und es geht ab zur Donauinsel. Am Fußweg zum Startplatz gegen 7:30 ertönt die erste Ansage im Lautsprecher. Der Regen hat unterdessen aufgehört. Bereits am Vortag stand fest, der Triathlon wird zum Duathlon.