{"id":786,"date":"2013-07-04T10:12:31","date_gmt":"2013-07-04T08:12:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wolkorunning.com\/frank\/2013\/07\/ironman-austria-2013\/"},"modified":"2025-08-08T14:46:16","modified_gmt":"2025-08-08T12:46:16","slug":"ironman-austria-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wolkorunning.com\/frank\/2013\/07\/ironman-austria-2013\/","title":{"rendered":"Ironman Austria 2013 done"},"content":{"rendered":"<p>Ich fiebere dem Start entgegen. Der Druck ist in den letzten Tagen immer gr\u00f6\u00dfer geworden und kaum auszuhalten. Einfach die Ernte einfahren, einfach finishen, einfach das Projekt Ironman 2013 finalisieren ist mein gr\u00f6\u00dfter Wunsch.<\/p>\n<p>Beim letzten Radcheck vor dem Start helfe ich noch 3 Italienern beim Aufpumpen, sie haben selbst keine Pumpe mit und haben sich hilfesuchend an mich gewandt. Kaum mehr als 4bar haben Sie in ihren Reifen, das nenne ich Gelassenheit, mit diesem geringen Reifendruck die 180km in Angriff nehmen zu wollen.<\/p>\n<p>Erstmalig wird in 2 Bl\u00f6cken gestartet. Die ersten 400 um 6:45, um 7 Uhr starten dann die restlichen 2600 Teilnehmer. Ich bin wie immer, bei einem Schwimmstart, ziemlich links und ganz hinten. Nachdem es im Vorjahr aufgrund der hohen Temperaturen Neoprenverbot gab, war bei der Wettkampfbesprechung heftigst applaudiert worden, als von der Rennleitung offiziell bekannt gegeben wurde, dass der Neopren erlaubt sei. Ich hatte in den letzten Monaten absichtlich fast ausschlie\u00dflich ohne Hilfsmittel trainiert, um meine Wasserlage zu verbessern und f\u00fcr ein eventuelles Verbot ger\u00fcstet zu sein.<\/p>\n<p>Es dauert schon einige hundert Meter bis ich meinen Rhythmus gefunden habe. Gleichm\u00e4\u00dfig und locker bleiben, den Arm immer ganz durchziehen, rede ich mir ein. Abgesehen vom obligaten Gedr\u00e4nge an den Bojen bekomme ich relativ wenig Schl\u00e4ge ab, erst im Lendkanal wird es ungem\u00fctlicher. Ich schwimme nun im 2-er Zug, um die Zuschauer auf der rechten Seite immer im Visier zu haben und meine Familie nicht zu verpassen.<\/p>\n<p>Mein Sohn wird mir am Abend erz\u00e4hlen, dass es sich eine Entenfamilie im Lendkanal gem\u00fctlich gemacht hatte, dem ersten Schwimmer erschreckt ausgewichen war und dann aber fluchtartig das Wasser verlassen hatte, als das Hauptfeld nahte. Erst kurz vor dem Schwimmausstieg stehen meine Frau und mein Sohn. Ein leichter Schauer durchstr\u00f6mt meinen K\u00f6rper, ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl. Ich werde sie dann auch auf der Radstrecke und mehrmals beim Laufen sehen. Ihre Anfeuerungen sind Genuss pur. Einfach sch\u00f6n! Meine Tochter ist leider verhindert, aber den ganzen Tag zeitnah via Chat informiert.<\/p>\n<p>Von meiner Schwimmzeit bin ich begeistert. Das relativiert sich dann, als ich 2 Tage sp\u00e4ter erfahre, dass an die 200 Meter auf die 3,8 Km gefehlt haben. Auch gut und eigentlich egal.<\/p>\n<p>Das Wetter f\u00fcr das Radfahren ist perfekt. Angenehme Temperaturen und erst in der zweiten Runde kommt etwas Wind auf. 5 Wochen vorher hatte ich in St. P\u00f6lten bei der Halbdistanz noch gefroren und ganz fest in den Lenker greifen m\u00fcssen, um von den Windb\u00f6en nicht in den Stra\u00dfengraben geschleudert zu werden. Und einige zus\u00e4tzliche Urlaubstage musste ich in der Vorbereitung einschieben, um aufgrund des \u00fcberwiegend schlechten Wetters auf meine Radkilometer zu kommen.<\/p>\n<p>Am Ende der ersten Runde ein dichtes Spalier von Zuschauern, mitten drin meine Frau und mein Sohn. Anfeuern und Abklatschen. Adrenalin pur. Ich mag die Radstrecke. Das erste Drittel f\u00fchrt uns entlang dem S\u00fcdufer des W\u00f6rthersees und liegt gro\u00dfteils im Schatten. Im zweiten Drittel findet sich der Faaker See und der anspruchsvolle Teil mit dem Rupertiberg. Und im letzten Teil geht es gro\u00dfteils bergab zur\u00fcck nach Klagenfurt. Da kann man sich gut ausrasten und sich f\u00fcr das Laufen vorbereiten.<\/p>\n<p>Schon zu Beginn der Radstrecke habe ich ein flaues Gef\u00fchl im Magen, wie leichtes Seitenstechen f\u00fchlt es sich an. Kurzfristig entscheide ich mich auf Powerriegel und Gels komplett zu verzichten. Nur einen Haferflockenriegel und viele Bananen. Einmal steige ich bei einer Verpflegstation sogar ab, um an ganze Bananen zu kommen, da diese von den Helfern am Stra\u00dfenrand nur immer in kleinen St\u00fccken angeboten werden. Der zweite Wechsel funktioniert gut, beim ersten hatte ich mich beim Ausziehen des Neopren verheddert und war umgefallen.<\/p>\n<p>Endlich laufen. Das flaue Magengef\u00fchl hat sich verfl\u00fcchtigt. Es ist warm geworden. An den Verpflegsstellen trinke ich Iso, sch\u00fctte mir das Wasser becherweise ins Gesicht und k\u00fchle meinen Kopf mit Schw\u00e4mmen. Dazu ein paar Bananenst\u00fccke und auf den letzten Kilometern Cola. In Krumpendorf f\u00fchrt unsere Strecke auch durch das Badegel\u00e4nde. Die Erwachsenen in den Liegest\u00fchlen, der eine oder andere am\u00fcsiert sich \u00fcber diese schwitzenden und k\u00e4mpfenden Kreaturen, scheint mir. Die Kinder strecken uns ihre H\u00e4nde zum Abklatschen entgegen und feuern uns an.<\/p>\n<p>Ab Km 25 wird es hart, der Kampf beginnt. Das Mobilisieren aller Kr\u00e4fte steht an. Ich atme bewusst und konzentriert in alle K\u00f6rperteile, das habe ich durchs Yoga gelernt. Dazu hole ich mir die Pulsingstunden in den Kopf, denke an das wunderbare Gef\u00fchl, wenn mein K\u00f6rper in Schwingungen versetzt und in Gleichklang gebracht wird.<\/p>\n<p>Viele gehen schon, den Blick starr nach vorne und oft auf die Uhr gerichtet. \u201eDu kannst das Tempo halte, du kannst &#8230;\u201c Immer wieder sag ich mir das vor. Zum zweiten und letzten Mal um den Lindwurm, jetzt geht\u2019s Richtung Ziel. Bei den kurzen Anstiegen in den Unterf\u00fchrungen brennen die Muskeln wie Feuer.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-785\" style=\"float: left; margin: 5px; border: 3px solid black;\" src=\"https:\/\/www.wolkorunning.com\/frank\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/2013-06-Ironman1-416.JPG\" alt=\"\" border=\"0\" width=\"150\" height=\"247\">Und dann ist er da, der Zielkanal, dicht ges\u00e4umt von anfeuernden Zuschauern, mittendrin meine Frau und mein Sohn. Der L\u00e4rm \u00fcbert\u00f6nt vom Platzsprecher. \u201e You are an &#8230;!\u201c Unter 12 Stunden und gesund finishen war mein Ziel. Nun habe ich meine Zeit von 2011 um 26 Minuten verbessert : 11 Stunden und 1 Minute.<\/p>\n<p>Ich habe wieder viel gelernt. Konsequent, aber nicht verbissen zu sein. Nicht zu viel zu wollen. Trainieren, in den K\u00f6rper zu h\u00f6ren und es kommen lassen. Den K\u00f6rper im Gleichklang halten und den Wettkampf genie\u00dfen. Den K\u00f6rper an die Grenzen bringen. In der Vorbereitung gibt und investiert man viel, oft in Gefahr die Lifebalance zu verlieren. Aber man bekommt verdammt viel zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Jetzt bin ich noch ohne sportliche Ziele. Faulenzen, regenerieren und mit meiner Frau \u00fcberlegen an welchen \u00f6sterreichischen See der heurige Urlaub f\u00fchren soll. Aber ich freue mich schon darauf, dass die Lust zum Trainieren wieder kommt.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #0000ff;\">Ergebnis<\/span><\/strong>:<\/p>\n<p>Franz Wolkowitsch 16. Rang in der M55 , Gesamtrang 994&nbsp;<\/p>\n<p>Gesamtzeit : 11:01:03<\/p>\n<p>Swim : 1:16:04<br \/>\nBike &nbsp; : 5:51:10<br \/>\nRun &nbsp; : 3:41:42<br \/>\nT1&nbsp;&nbsp; &nbsp; : 08:12<br \/>\nT2 &nbsp; &nbsp; : 3:57<\/p>\n<p>Weitere Ergebnisse :<span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.ironman.com\/triathlon\/events\/ironman\/austria\/results.aspx#axzz2XcQrEgU2\"> Ironman Austria 2013<\/a><\/span><\/p>\n<p>Homepage des Veranstalters : <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/ironmanklagenfurt.com\/\">Ironman Austria Klagenfurt<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich fiebere dem Start entgegen. Der Druck ist in den letzten Tagen immer gr\u00f6\u00dfer geworden und kaum auszuhalten. 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