Silvesterlauf Vösendorf 2025

Eigentlich war der Plan für Vösendorf glasklar: Ein gemütlicher Jahresausklang. Mein Bruder Martin hatte Monate zuvor aufmerksam gelauscht, als ich von meinen Intervalltrainings und Zeiten erzählte. Sein bescheidenes Fazit damals: „Mein Tempo wird wohl eher so bei 6:00 min/km liegen.“

Ich, in meiner sportlichen Naivität, dachte mir: „Perfekt, dann begleite ich ihn, wir laufen locker zusammen und genießen den Lauf.“ Ein gewaltiger Irrtum.

Schon beim Startschuss am Schloss wurde mir klar, dass Martins „6-Minuten-Prognose“ wohl eher ein meisterhafter psychologischer Schachzug war. Während ich noch auf das gemütliche Plaudertempo wartete, zündete Martin den Turbo. Von wegen 6:00er-Schnitt! Ich sah ihn von Beginn an nur noch von hinten – und das auch nur so lange, bis er im kalten Vösendorfer Wind verschwand.

Da stand ich nun, kämpfte gegen die Böen und begriff: Ich war auf die wohl älteste Sportler-Masche der Welt hereingefallen. Wer solche Brüder hat, braucht keine Rivalen mehr! Die Demut lief ab diesem Zeitpunkt bei jedem Schritt mit.

Doch Vösendorf hielt eine Überraschung bereit, die jede Zeitrechnung nebensächlich machte: Völlig unangekündigt stand plötzlich meine Frau an der Strecke – verstärkt durch unsere Tochter mit Mann und den Enkelinnen. Inmitten der herausfordernden Bedingungen war dieser Familien-Support mein absolutes Highlight und der nötige Energieschub für die letzten Kilometer.

Erst im Ziel sah ich Martin wieder von vorne – allerdings stand er da bereits als frischgebackener Sieger seiner Altersklasse. Ich selbst trudelte etwa zwei Minuten später ein und konnte nur noch gratulieren.

Mein Fazit vom Silvesterlauf:

Ein harter, windiger, aber unvergesslicher Abschluss für das Sportjahr und mein erstes Antreten für meinen neuen Verein UTTB (Union Triathlon Team Burgenland). Nächstes Jahr in Vösendorf werden die Karten neu gemischt – und meine Trainingszeiten bleiben bis zum Startschuss streng geheim!

Ergebnisse:

Martin Wolkowitsch – Verein: Wolko Runners – Zeit: 49:33,8 – 1. AK60

Franz Wolkowitsch – Verein: UTTB – Zeit: 51.18,3 – 2. AK60