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Foto ScheriauGraz geht immer, pflege ich zu sagen, wenn es darum geht einen herbstlichen Marathon auszusuchen : Leicht zu erreichen, eine schöne Strecke und ausgezeichnete Organisation. Es ist eine andere Welt, wenn man nach 2 Autostunden von Wien angereist in die Stadt Graz eintaucht. Alles ist überschaubar, die Wege in der Stadt kurz, die Leute freundlich und hierher begleitet mich auch meine Frau Klaudia gerne.

Zum letzten Mal starte ich auf der gewohnten Strecke, 2012 wird es eine neue Streckenführung gehen. Weniger Kurven sollen schnellere Zeiten bringen. Ich bin schon gespannt.

Ohne viel Gedränge geht es los. Bei Kilometer 2 das erste Musikevent, ein Elvis Imitator, gehört schon zum Inventar . So wie die Rollers, der Krauthaufn, Aliens Birthday, Schrödinger Jazz Band … und einige mehr. Sehr ambitioniert Mission von Murbeat, ihr Motto : „Den Läufern die Wadenkrämpfe herausblasen !“

Bei Kilometer 8 die „Powerade“. Fast jedem Läufern wird eine ½ Liter Plastikflasche dieses süßklebrigen blauen Getränks in die Hand gedrückt. Die meisten nehmen einen Schluck und werfen die Flasche halbvoll an den Straßenrand. Auch ich. Plastic Planet lässt grüssen. Ein Marathon mit kompostierbaren Bechern und ausreichend Containern neben der Strecke, das wär einmal was.

Bei der run4unity Bühne wird ordentlich Stimmung gemacht. 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene laufen für ein Bildungsprojekt zugunsten von Straßenkindern im Nordosten Brasiliens. Eine feine Sache. Laufen, Spaß haben und Geld sammeln.

Wir wenden bei der Murbrücke bei Kilometer 13 und laufen wieder Richtung Stadtzentrum. Die zahlreichen Halbmarathonis bieten noch ausreichend Schutz gegen den heftigen Nordwind.

Ab Kilometer 19 beginnen viele Halbmarathonis mit ihrer Schlußoffensive und kämpfen sich mit keuchendem Atem und hochroten Köpfen an mir vorbei. Ich halte meinen Rhythmus, habe ja noch ein paar Kilometer. An der Einmündung zum Opernring feuert mich der Platzsprecher an. „Franz, nur noch ein paar hundert Meter !“ ,wenn der wüsste...

Während die meisten nun in den Zielkanal sprinten, beginne ich mit Runde 2. Ich fühle mich wie in einem anderen Film. Plötzlich sind nur mehr wenige Läufer auf der Strecke, ab und zu ein applaudierender Zuschauer. An den Labestationen viele hilfreiche Hände mit Wasser, Iso, Tee, Cola oder Bananen. Sehr angenehm.

Bei Kilometer 30 winken schon von weitem Klaudia und Manuel. Sie bringen ihre Smartphones in Position, ich zeige mich von meiner besten Seite, locker laufend und freundlich lächelnd, um diesen Bericht mit einem schönen Foto zu ergänzen.

Den Wind im Rücken „rolle“ ich bis zur Wende Puntigamer Brücke. Dann bläst der Wind heftig von vorne, der schwierigste Streckenteil. Ab Kilometer 38 ist die Streckenführung wieder windgeschützter, meine Kilometerzeiten sind nun schon über 5 Minuten.

Ich bin mir aber sicher unter 3:30 zu bleiben. Das war vor vielen, vielen Jahren, als ich begonnen hatte Marathon zu laufen, meine Schallmauer. Nun ist es aber schon ein paar Jahre her, diese Schallmauer unterboten zu haben. Heute ist es wieder soweit. Am Beginn der Herrengasse heizt die Band Aliens Birthday den Läufern noch einmal ordentlich ein. Es ist Zeit sich zu freuen, zu geniessen. Bei strahlendem Sonnenschein erreiche ich das Ziel knapp unter 3:29.

Weiterführende Links : Homepage des Veranstalters und Ergebnisse Pentek